Pressemitteilungen

Preisverleihung 2019

Verleihung des Württembergischen Krebspreises 2019 an der Universität Tübingen

Der Vorsitzende der Dres. Carl Maximilian und Carl Manfred Bayer-Stiftung, Prof. Dr. Claus Claussen, hat am 25. Juli 2019 an der Universität Tübingen zum zehnten Mal den Württembergischen Krebspreis übergeben. Der Württembergische Krebspreis gehört zu den am höchsten dotierten in der deutschen Krebsforschung.

Der Württembergische Krebspreis 2019 ist mit insgesamt 40.000 Euro dotiert und in diesem Jahr unter zwei Preisträgern aufgeteilt, die jeweils 20.000 Euro erhalten: Dr. med. Patrick Schlegel (Universitätsklinikum Tübingen, Kinderklinik) für sein Projekt „Der Weg in den Tumor – Adapter CAR-T Zellen zur Behandlung solider Tumorerkrankungen“ und PD Dr. med. Fabian Beier (Universitätsklinikum Aachen, Klinik für Hämatologie, Onkologie, Hämostaseologie und Stammzelltransplantation) für sein Projekt „Untersuchung der Häufigkeit und Pathogenese von Dykeratosis congenita-assoziierter akuter myeloischer Leukämie“.

Fabian Beier, geboren am 3.10.1979 in Filderstadt, absolvierte sein Medizinstudium an der Universität Tübingen. 2009 promovierte er in Tübingen bei Prof. Dr. Tim H. Brümmendorf und wurde für seine herausragende, medizinische Doktorarbeit mit dem Carl-Liebermeister Preis der Universität Tübingen ausgezeichnet. Nach einem Post-Doc-Aufenthalt im Spanischen Krebsforschungszentrum in Madrid von 2010 bis 2012 arbeitete er als Assistenzarzt und seit 2018 als Oberarzt mit eigener Forschungsgruppe in der Abteilung für Hämatologie und Onkologie der Universitätsklinik Aachen, wo er 2018 im Fach Innere Medizin habilitierte.

Über seinen Forschungsantrag: Die Krankheitsgruppe der Telomererkrankungen ist eine erbliche Erkrankung, die mit einem erhöhten Risiko für akute Leukämien einhergeht. Aufgrund des Fehlens von eindeutigen Symptomen gibt es eine mutmaßlich hohe Dunkelziffer an nicht erkannten Fällen. Ziel dieses Projektes ist es, die Häufigkeit der Telomererkrankungen mittels genetischer Untersuchungen bei erwachsenen Patienten mit einer akuten Leukämie zu untersuchen. Die Ergebnisse könnten eine bessere Diagnostik ermöglichen, wodurch wiederum schneller eine passende Therapie eingeleitet werden könnte.

Patrick Schlegel, geboren am 31. Mai 1981 in Morogoro, Tansania, absolvierte sein Medizinstudium an der Universität Tübingen. 2008 promovierte er am Institut für Medizinische Psychologie und Verhaltenswissenschaften der Universität Tübingen bei Prof. Dr. Wolfgang Larbig. 2017 schloss er seine Weiterbildung zum Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin erfolgreich ab und arbeitet seitdem als Facharzt mit eigener Forschungsgruppe an der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendmedizin Tübingen.

Über seinen Forschungsantrag: Chimäre Antigen Rezeptor exprimierende T Zellen (CAR-T) sind genetisch veränderte Immunzellen, die mithilfe eines artifiziellen Immunrezeptors Tumorzellen erkennen und eliminieren können. CAR-T Zellen werden erfolgreich in der Behandlung von Leukämien eingesetzt. Ein neues, in Tübingen mitentwickeltes flexibles Adapter-CAR-T-System (AdCAR-T) dient im geförderten Forschungsprojekt als Grundlage für weitere genetische Modifikationen, um einerseits die Funktion von CAR-T Zellen zu verbessern und andererseits die Anwendung auf solide Tumorerkrankungen zu erweitern. Ziel ist es, die Krebstherapie durch den Einsatz von CAR-T Zellen zu verbessern und gleichzeitig die schweren Nebenwirkungen durch Chemotherapie und Bestrahlungstherapie zu reduzieren.

Über den Württembergischen Krebspreis:

Seit 2009 lobt die Dres. Carl Maximilian und Carl Manfred Bayer – Stiftung (kurz Dres. Bayer-Stiftung) jährlich den Württembergischen Krebspreis als Projektpreis und/oder Nachwuchspreis aus. Mit dem Preis sollen junge, begabte Mediziner/innen gefördert werden, die auf dem Gebiet der Krebsforschung tätig sind. Die Preise werden für Wissenschaftler unter 40 Jahren ausgeschrieben, die ihre Forschung in Württemberg durchführen oder die gebürtige Württemberger sind. Die Preise für 2019 sind mit insgesamt 40.000 Euro dotiert.

Über die Dres. Carl Maximilian und Carl Manfred Bayer – Stiftung:

Die Stiftung des Württembergischen Krebspreises trägt den Namen des an Krebs verstorbenen Stifters Dr. Carl Manfred Bayer und seines Vaters Dr. Carl Maximilian Bayer. Beide waren mehr als sechzig Jahre in der Nähe von Ravensburg als niedergelassene Landärzte tätig. Dr. Carl Manfred Bayer studierte Medizin an der Universität Tübingen. Vorsitzender der Stiftung ist Prof. Dr. Claus D. Claussen, ehem. Direktor der Radiologischen Universitätsklinik Tübingen.

Kontakt: 

Prof. Dr. Claus D. Claussen
Zentrum für Medizinische Forschung
72072 Tübingen
kontakt@dres-bayer-stiftung.de

Dr. Heike Lehmannn
Redaktion
lehmann@@dres-bayer-stiftung.de