Preisträger 2015

Prof. Dr. med. Julia Skokowa - 20.000€

Medizinische Klinik II, Universitätsklinikum Tübingen

Sektion für Translationale Onkologie

Titel: Leukemogenic outcomes of the escape mechanisms from the reversible senescence of pre-malignant stem cells

Julia Skokowa, geboren 1975, absolvierte ihr Medizinstudium an den Universitäten Vladikavkas und Hannover. An der medizinischen Hochschule Hannover arbeitete sie 15 Jahre überwiegend experimentell auf dem Gebiet der Leukämieforschung. Seit 2014 ist Frau Skokowa in Tübingen, hier hat sie eine W3 Professur für "Translationale Onkologie" inne, die der Medizinischen Klinik II für Onkologie, Hämatologie, Rheumatologie und Immunologie zugeordnet ist. Für ihre Forschungserfolge wurde sie mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet - unter anderem mit dem Fritz-Lampert Preis der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie. Ihre Forschungsergebnisse wurden in zahlreichen renommierten wissenschaftlichen Zeitschriften veröffentlicht.

Die molekularen Mechanismen der Entstehung einer Leukämie sind nicht vollständig aufgeklärt. In dem unterstützen Forschungsvorhaben sollen diese Vorgänge aus einer neuen Sichtweise untersucht werden. Die Hypothese ist, dass die intrazellulären Prozesse, die eine zelluläre Seneszenz rückgängig machen können, auch eine leukämogene Transformation verursachen. Überzeugende Studien aus Frau Skokowas Arbeitsgruppe und auch aus anderen Laboratorien deuten darauf hin, dass intrazelluläre Vorgänge, die durch das Enzym Nicotinamide Phosphoribosyltransferase (NAMPT) aktiviert werden, eine wichtige Rolle in der Hemmung der Seneszenz spielen. Erste Ergebnisse der Sequenz der molekularen Ereignisse konnten in einem präleukämischen Syndrom erzielt werden. Basierend darauf sollen die NAMPT-abhängigen Mechanismen der Steuerung der wichtigen Regulatoren der Hämatopoese und Leukämogenese (Transkriptionsfaktor RUNX1 und Tumor-Suppressor p53) analysieren. Diese neuen Erkenntnisse werden voraussichtlich eine ganz neue Sichtweise für die Leukämieentstehung bringen. Sie werden auch für die Entwicklung neuer Therapiemethoden eine entscheidende Rolle spielen.

 

 

 

Dr. med. Jan Krönke

Dr. med. Jan Krönke - 20.000€

Universitätsklinik Ulm

Abteilung für Innere Medizin III

Titel: Identifikation von Lenalidomid Resistenz-Mechanismen in Myelodysplastischen Syndromen"

Jan Krönke, geboren 1979, studierte zunächst Medizin an der Universität Heidelberg, anschließend wechselte er an das Universitätsklinikum Ulm. Seine Zeit in Ulm unterbrach er für einen dreijährigen Forschungsaufenthalt am Brigham and Women's Hospital in Boston, USA. Seine Forschungen führten zu einer Veröffentlichung im renommierten Wissenschaftsmagazin Science. Zurück in Ulm setzte er seine erfolgreiche Forschung auf dem Gebiet der Myelodysplastichen Syndrome fort. Seit 2015 ist er Leiter einer durch das Emmy Noether Programm geförderten Arbeitsgruppe.

Lenalidomid ist ein hochwirksames Medikament für Myelodysplastische Syndrome (MDS) in dem es das Chromosom 5q [del(5q)] ausschaltet. Die genetische Basis der unterschiedlichen Reaktionen von Patienten mit del(5q) MDS, sowie Resistenz Mechanismen die regelmäßig während der Behandlung auftreten ist noch nicht gänzlich verstanden. Vor kurzem entdeckte die Gruppe von Herrn Krönke das Lenalidomid die Degradierung von Casein Kinase 1A (CSNK1A1) induziert durch CRBN-CRL4 E3 Ubiquitin Ligase. Das Ziel ist anhand genetischer Charakterisierung von Patientenproben Lenalidomid-Resistenzmechanismen zu identifizieren, sowie prädikative Marker zu finden und damit die Behandlung von Patienten weiter zu individualisieren.

 

Dr. med. Juliane Stickel

Dr. med. Juliane Stickler - 10.000€

Medizinsche Klinik II, Universitätsklinikum Tübingen

Abteilung für Onkologie, Hämatologie, Immunologie, Rheumatologie and Pulmologie

Titel: Entwicklung einer peptid-individualisierten Peptidvakzinierung für Leukämiepatienten

Juliane Stickel, geboren 1985, studierte Medizin in Tübingen. Für ihre Dissertation wurde sie mit dem Promotionspreis der Universität Tpbingen, sowie mit dem Ludolf-Krehl-Preis der Süddeutschen Gesellschaft für Innere Medizin ausgezeichnet. Seit 2011 arbeitet sie als Nachwuchswissenschaftlerin an der Identifizierung neuer Tumor-assoziierter Antigene bei hämatologischen Neoplasien.

Eine entscheidene Herausforderung auf dem Weg zur Heilung von Leukämien stellt die Eradikation der minimalen Resterkrankung, d.h. der nach Therapie verbleibenden residuellen Leukämiezellen, dar. Ein vielversprechender und nebenwirkungsarmer Therapieansatz hiefür ist in der peptidbasierten Immuntherapie zu sehen, welche darauf abzielt, mittels therapeutischer Vakzinierung im Patienten eien spezifisch gegen Krebszellen gerichtete T-Zellantwort zu induzieren. Basis hierfür sind Peptide, die auf den Leukämiezellen der Patienten über humand Leukozytenantigene präsentiert werden und aus leukämieassoziierten Antigenen stammen. Druch ihre Forschungen konnte sie zahlreiche leukämieassoziierte Peptide identifizieren und ihre Immunogenität sowie ihre pathophysiologische Relevanz  in Leukämiepatienten belegen. Nun soll die Tranlation dieser Ergebnisse in PhaseI/II patienten-individualisierten Mulit-Peptid-Vakzinierungsstudien für die Therapie von CLL- und AML-Patienten erfolgen.